09.-11.01.2018, Tutzing: Sozialraumorientierung, Nachbarschaft und Quartiersentwicklung als Voraussetzung für eine sorgende Gesellschaft

Leben und Sterben wo ich wohne

Wie und wo wollen wir zukünftig leben? Wie werden wir dann füreinander sorgen? Die Dichte in den Städten nimmt zu, die Urbanisierung ist (auch weltweit) unaufhaltsam: Alles drängt in die Großstadt. Eine gegenteilige Entwicklung sehen wir auf dem Lande, wo Ausdünnung und Wegzug soziale Strukturen bedrohen.

Beide Entwicklungen stellen die Gesellschaft vor neue Aufgaben. Familiäre Bindungen und Muster verändern sich und nachbarschaftliche Strukturen müssen sich selbst neu erfinden. Es wächst der Bedarf an Nähe, Sorge und Versorgung. Was heißt Gemeinschaft (lateinisch: communio) morgen? Wie sieht der Sozialraum der Zukunft aus, in dem wir leben werden? Wer pflegt wen? Wer kann bleiben und wohnen, wo er hingehört – auch bis zum Schluss, wenn er oder sie es wünscht? Welche Rolle spielen Kirchen und Verbände der freien Wohlfahrtspflege in diesem Spannungsfeld aus Wünschen, Bedürfnissen, Widrigkeiten und Möglichkeiten? Es gibt viele Ideen und Ansätze, um die Gemeinschaft von morgen stabil und lebenswert zu gestalten. Mehrgenerationenhäuser, vernetzte und vernetzende Hilfedienste, flexible Wohn- und Arbeitsquartiere, ehrenamtliche Begleitung und neue Formen der Nachbarschaftshilfe sowie innovative städtebauliche Entwürfe sollen diese drängenden Zukunftsfragen beantworten helfen.

Auf der Tagung, die wir in Kooperation mit der Diakonie veranstalten, werden Themen aus der zukünftigen Entwicklung des Zusammenlebens unserer Gesellschaft in wissenschaftlichen Beiträgen erörtert und auch aus ethischem Blickwinkel diskutiert. Modelle und Beispiele aus der Praxis ergänzen die Beiträge. Verantwortliche aus Politik, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und Kirchen werden das Gespräch mit einer interessierten Öffentlichkeit führen. Petra Potz und Rainer Hub werden "Kirche findet Stadt" in diesem Zusammenhang vorstellen.

 

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