Oberteuringen

Inklusives Oberteuringen

Das Quartiersprojekt „Inklusives Oberteuringen“ ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinde Oberteuringen und der Stiftung Liebenau. „Inklusives Oberteuringen“ steht für die Entwicklung und Gestaltung eines neuen, zentral gelegenen Sozialraums, auch „Neue Mitte“ genannt. Positiv für die Entwicklung des Projekts ist die bereits seit langen Jahren verfolgte, inklusive Strategie der Gemeinde Oberteuringen. Bereits vor etwa zwanzig Jahren gab es erste Entwicklungsplanungen gemeinsam mit der Stiftung Liebenau. Hieraus entstanden 2007 die ersten „Lebensräume für Jung und Alt“ der Stiftung Liebenau. Im Zuge der weiteren Entwicklung des Projekts sind die katholische und evangelische Kirchengemeinde mit ihren Gruppierungen ebenso wie die weiteren zivilgesellschaftlichen Akteure in Oberteuringen aktiv beteiligt.

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  • Inklusives Oberteuringen, Baustelle 2016Inklusives Oberteuringen, Baustelle 2016

Mit diesem infrastrukturellen Konzept will die Gemeinde Oberteuringen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Liebenau einen wesentlichen weiteren Schritt im Blick auf eine ländliche, versorgungssichere Bürgergemeinde für alle Bürger gehen und dabei auch - und vor allem - die Menschen mit Behinderung „mitnehmen“. Das „Campusgebäude“ mit den unterschiedlichen Akteuren bildet die neue Mitte des Quartiers. Im Umfeld des „sozialen Zentrums“ befindet sich eine hohe Zahl von neu zu beziehenden Eigentums- und Mietwohnungen, die zum Teil barrierefrei gebaut und zugänglich sind. Zudem wird in diesem Quartier ein inklusives und innovatives Wohnhaus für Menschen mit einem hohen Betreuungsaufwand geschaffen.


„Stand am Anfang der Überlegungen noch die bloße Erweiterung der Lebensräume für Jung und Alt, so hat sich daraus mittlerweile ein Konzept für eine soziale Mitte entwickelt, die ein Miteinander der Generationen fördern soll.“
Karl-Heinz Beck, Bürgermeister der Gemeinde Oberteuringen


 

Hauptziele und Inhalte

Mit dem neuen Quartier soll das bereits bestehende Netzwerk aus Infrastrukturangeboten und bürgerschaftlichem Engagement weiter ausgebaut werden. Neu Hinzuziehende, aber auch länger im Ort Lebende und von Behinderung betroffene Bewohner/innen sollen hier nicht nur einen Versorgungsort finden, sondern einen Lebensort ohne Sonderräume, in dem sie als Bürger/innen unter Bürger/inne/n Alltag miteinander leben können.

 

Der für Oberteuringen geplante kommunale Inklusionsplan umfasst neben einer zunehmend barrierefreien Gemeinde (Gebäude, Straßen, Plätze) und einschlägigen infrastrukturellen Angeboten für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Wohnen und Arbeit ein personelles Netzwerk aus Inklusionsbegleitern, einem aktiven Freundeskreis, in dem Menschen mit und ohne Behinderung mitarbeiten können. Dies bietet einen positiven Nährboden für offene, inklusive Strukturen und Haltungen, auch in den Vereinen und bei den Initiativen (Freizeit, Sozialzeit).

 

Für den neuen, zentral gelegenen Sozialraum, auch „Neue Mitte“ genannt, sind geplant: Eine weitere, barrierefreie Wohnanlage für Alt und Jung (nach dem Konzept der Stiftung Liebenau), in der die Gegenseitigkeit der Menschen durch eine Gemeinwesenarbeiterin gefördert wird. Hier sollen auch Menschen mit Beeinträchtigungen Wohnraum, Nachbarschaft und Engagement Potenziale finden. Zudem wird im zentralen Gemeinschaftsgebäude, auch „Campusgebäude“ genannt, eine Kindertagesstätte (Träger ist die Gemeinde Oberteuringen) mit einem expliziten Inklusionskonzept entstehen. Eine Tagesförderstätte für Menschen mit einer schweren Behinderung ist in unmittelbarer räumlicher Nähe und mit einem gemeinsamen Außenbereich der Kindertagesstätte und der Tagesförderstätte für Menschen mit Behinderung verbunden. Die örtliche Mediathek und das Familienzentrum werden in diesem Gebäude ebenfalls eine neue Heimat finden.

 


„So ist ein Konzept entstanden, welches einerseits maßgeschneidert für Oberteuringer Bedürfnisse ist, anderseits aber auch modellhaft für ganz Baden-Württemberg sein kann.“
Gerhard Schiele, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe der Stiftung Liebenau


 

Innovative Aktivitäten und Perspektiven

Durch eine sehr frühe Bürgerbeteiligung mit unterschiedlichen Workshops zu verschiedenen Themen, die im Quartier später abgedeckt werden, konnten alle Interessierten und späteren Akteure mit beteiligt werden. Alle können sich zu Wort melden! Der Prozess wurde professionell begleitet (Frau Prof. Dr. Sigrid Kalfass).

Der Gemeinderat setzt sich in mehreren Klausurtagen im Vorfeld mit der Umsetzung des Projekts auseinander; daran nehmen unterschiedliche Akteure als fachliche Impulsgeber teil. Bürgerinformationen zu den aktuellen Planungsständen fanden mehrfach statt.

 

Architekturwettbewerb zur Entwicklung des Quartiers: Alle notwendigen Beschlüsse des Gemeinderats bis Juli 2015 waren einstimmig für die Entwicklung und Bebauung des Quartiers. Die Erschließung des Quartiers wird Ende 2015 beendet, die Bebauung startet im Frühjahr 2016.

 

2014 wurde von der Gemeinde ein Antrag beim Sozialministerium des Landes BW für das Projekt „Impulse Inklusion“ gestellt. Das Projekt „Inklusives Oberteuringen“ wurde mit 36 weiteren Projekten in Baden-Württemberg mit einer Fördersumme von 39.000 € bewilligt, so dass nun die Gemeinde eine Inklusionbegleiterin mit einer 50% Stelle für diese vorbereitende Arbeit zur Verfügung hat.

 

Dies soll bereits in der Vorbereitung der Umsetzung des neuen Quartiers dazu dienen, dass sich das Gemeinwesen Oberteuringen allgemein nachhaltig und zukunftsfähig mit den Bürgern zusammen für alle Ziel- und Altersgruppen weiterentwickelt. Dabei geht es künftig im Besonderen um die Gruppe der Menschen mit Behinderung. Diese sollen vor allem in dem neuen Quartier, aber auch darüber hinaus in der gesamten Gemeinde als Bewohner/innen und Bürger/innen der Gemeinde eine Heimat finden als Mensch unter Menschen, Nachbar unter Nachbarn, Arbeitnehmer unter Arbeitnehmern, Lernende/r unter Lernenden, Engagierte/r unter Engagierten. Ziel ist es, die Gemeinde als Territorium und Angebotsstruktur sowie Nachbarschaft gemeinsam zu nutzen, gemeinsam zu gestalten und keine Sonderräume entstehen zu lassen.

   

katholisch

 
   

Stadt

Gemeinde Oberteuringen/Bodenseekreis

 

Bundesland

Baden-Württemberg

 

Einwohnerzahl

Oberteuringen: ca. 4.500

 

Projektträger

Gemeinde Oberteuringen gemeinsam mit der Stiftung Liebenau


Rechtliche Trägerstruktur

Kommune und Stiftung


Ansprechpartner

Bernhard Hösch
Stabstelle Unternehmensentwicklung und Projektmanagement / Stiftung Liebenau / St. Gallus-Hilfe gGmbH
Siggenweilerstraße 11
88074 Meckenbeuren
Tel.: 07542-102003
Fax: 07542-10982003
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.stiftung-liebenau.de

 

Kooperationsstrukturen

  • Katholische Kirchengemeinde St. Martinus / Evangelische Kirchengemeinde mit der Mediathek
  • DICV Rottenburg-Stuttgart
  • Gemeinde Oberteuringen
  • Bürgerworkshops begleitet durch Prof. Dr. Kalfass
  • Inklusionsbegleiterin Frau Taube
  • Kinderhaus
  • Bau- und Sparverein Ravensburg / StadtLandPlan Herr Gustke