Dortmund-Nordstadt

„Wem gehört die Stadt?“ Impulse für ein Quartier ohne Verdrängung von Randgruppen

     

evangelisch

 

logoIn der Nordstadt zeigen sich die Auswirkungen von Armut und Arbeitslosigkeit auch im öffentlichen Raum. Insbesondere benachteiligte Bürger/innen und Randgruppen sind auf die Nutzung der wenigen öffentlichen Flächen angewiesen. Diakonie und Kirchengemeinde bemühen sich hierbei um einen Interessenausgleich der Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzer/innen. Gemeinsam ist ein anderes Bewusstsein für ausgegrenzte Menschen im öffentlichen Raum zu schaffen und sind Maßnahmen zu entwickeln, die einen Interessenausgleich ermöglichen.

 

  • Dortmund-NordstadtDortmund-Nordstadt
  • Dortmund-NordstadtDortmund-Nordstadt
  • Dortmund-NordstadtDortmund-Nordstadt
  • Dortmund-NordstadtDortmund-Nordstadt

 

Die städtebaulich hoch verdichtete Nordstadt ist durch eine entsprechende Knappheit des öffentlichen Raums gekennzeichnet. Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass der Stadtteil als Problemquartier gesehen wird – trotz seiner vielfach vorhandenen Potenziale. Überdurchschnittlich viele Integrationsleistungen, die in Dortmund zu erbringen sind, werden von der Nordstadt gefordert und durch die Bevölkerung dort erbracht, überfordern diese aber zunehmend.

 

Mit dem Projekt: "Wem gehört die Stadt?" wollen wir mit den als Problemgruppen im öffentlichen Raum definierten Zielgruppen gemeinsam Maßnahmen entwickeln, die zur gleichberechtigten Teilhabe aller Nutzergruppen am öffentlichen Raum beitragen. Ausgehend von den diakonischen Einrichtungen „Nordmarktkiosk“ und „Werkstatt Passgenau“ soll die Pflege des Nordmarktes komplett in die Hand der suchtmittelabhängigen Nutzer/innen gehen. Dazu sind kreative Methoden entwickelt worden. Zudem soll das Thema Zuwanderung aus den EU-Staaten der Osterweiterung, insbesondere die Integration der Roma aus Bulgarien und Rumänien, mit einem Bildungsprojekt in den Fokus rücken. Flankiert werden die Maßnahmen durch unsere Komplementär-Projekte im Nordstadtkontext, z.B. auch im Rahmen der Städtebauförderung bzw. des Programms „Soziale Stadt“.

 

Zusätzlich geht es bei diesem Projekt um eine Intensivierung der internen Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk und den Kirchengemeinden in der Nordstadt; insbesondere um den Informationsaustausch, Zielplanungen und einen effizienten Ressourceneinsatz.



„Das Image des Stadtteils ist geprägt von seinen sozialen Problemen (Arbeitslosigkeit, Drogen, Prostitution). So erleben Jugendliche, dass sie aufgrund ihres Wohnortes deutliche Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Im Einsatz für soziale Gerechtigkeit und für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind Diakonie und Kirchengemeinde in vielen Handlungsfeldern gemeinsam unterwegs. Die Lydia-Kirchengemeinde begrüßt deshalb ausdrücklich das Engagement des Diakonischen Werkes.“

Birgit Worms-Nigmann, Pfarrerin der Ev. Lydia Kirchengemeinde Dortmund Mitte-Nord


 

Aktivitäten

  • „Schritt-Weise“, ein Projekt für Kinder und deren Eltern, die aus Bulgarien und Rumänien nach dem EU-Beitritt zugewandert sind,
  • Bildungsmaßnahmen und Fortbildungen für Multiplikatoren
  • „Treffpunkt Nordmarkt“, Zuverdienst-Möglichkeiten für mehrfach Suchtabhängige auf dem Nordmarkt
  • Schaffung von Interessenausgleich zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen
  • Aufbau einer eigenen Austausch- und Arbeitsplattform für die Nordstadt zur sozialraumorientierten Vernetzung innerhalb der Diakonie und mit den Kirchengemeinden vor Ort

 

Perspektiven

Wir erhoffen uns mehr Toleranz und Kreativität im Umgang mit Unterschiedlichkeiten, die im engen räumlichen Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen und Lebensbedingungen besonders konfliktreich sein können. Mit der zunehmenden Vernetzung der kommunalen, kirchlichen und sonstigen zivilgesellschaftlichen Akteure in der Nordstadt werden „richtige“ Strategien leichter zu finden und effizienter zu verfolgen sein. Ferner wollen wir – Diakonisches Werk und Kirchengemeinden – unsere evangelischen Kräfte im Stadtteil besser bündeln.

   

Verantwortlich:

Diakonisches Werk Dortmund und Lünen gGmbH
Anne Rabenschlag
Uta Schütte-Haermeyer
Rolandstraße 10
44145 Dortmund
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.diakoniedortmund.de


Kooperationspartner:

  • Stadt Dortmund
  • Wohlfahrtsverbände und RAA (Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien)
  • ISB (Interessengemeinschaft Sozialgewerblicher Beschäftigungsinitiativen e.V.)
  • Ev. Lydia-Gemeinde

 

Räumliche Ebene:

Stadtteil

 

Einwohnerzahl:

Dortmund: 580.000
Nordstadt: 52.000

Themenbereiche:

  • Interessenausgleich zwischen verschiedenen Nutzern des Nordmarkts
  • Bildungsarbeit für Kinder und deren Eltern aus den EU-Beitrittsländern Bulgarien und Rumänien
  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Kirche und Diakonie in der Nordstadt

 

Handlungsfelder:

  • Austausch mit den im Stadtteil ansässigen Unterstützungs- und Beschäftigungseinrichtungen der Diakonischen Dienste Dortmund
  • Kooperation mit der RAA, z.B. für Bildungs- und Integrationsangebote an Migrant/innen, insbesondere adressiert an Roma
  • Mitarbeit in der ISB, einer Kooperation von Dortmunder Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Beratungsträgern
  • Austausch zwischen der Ev. Lydia-Gemeinde in der Nordstadt und dem Diakonischen Werk Dortmund/Lünen