Wetzlar-Niedergirmes

Gemeinde mit dem Stadtteil – Diakonische Gemeinde

     

evangelisch

 

logoSeit 2001 arbeitet die Kirchengemeinde mit einem stadtteilorientierten Gemeindekonzept, das alle Menschen im Stadtteil in den Blick nimmt. In Kooperation mit der Stadt Wetzlar und dem Diakonischen Werk Lahn-Dill sowie etlichen weiteren Partnern reagiert sie damit auf die vielfältigen Herausforderungen und Problemlagen der Menschen des Stadtteils. Ein hoher Anteil von Menschen in Armutslebenslagen erfordert Angebote von Lebenshilfe, Bildung und Begleitung, ein Ausländeranteil von über 50 % macht es erforderlich, das Zusammenleben im Stadtteil gemeinsam zu entwickeln, die Gestaltung des Stadtteils braucht neue Impulse in Bezug auf Wohnraum- und Stadtteilentwicklung.

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Mit Hausaufgabenhilfe vorwiegend für Kinder mit Migrationshintergrund, Kontakten zu den vier Moscheegemeinden im Stadtteil, einem Mittagstisch für Senioren, der Übernahme der Wetzlarer Tafel „Mahlzeit“, die von Betroffenen geleistet wird, sowie der Öffnung des Gemeindehauses für den gesamten Stadtteil begann das diakonische Arbeiten der Kirchengemeinde. Theologisch folgt die Gemeinde dem Konzept „Gemeinde als Herberge“, das eine offene Gemeinde mit Beteiligung aller interessierten Menschen in den Mittelpunkt stellt. Diese „Vorarbeiten“ führten in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzlar und dem Land Hessen zur Aufnahme in das Programmgebiet Soziale Stadt. Das Diakonische Werk hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzlar und einem Stadtplaner das Stadtteilmanagement übernommen. Die Kirchengemeinde hat ihr Gemeindehaus mittlerweile zu einem Nachbarschaftszentrum umgebaut und dem Stadtteil gewidmet. Die Kirchengemeinde ist Mitglied in Arbeitsgruppen der Stadtbezirkskonferenz und im Stadtteilbeirat.

 


„Zu Beginn haben wir für die Menschen im Stadtteil gearbeitet. Mittlerweile haben wir gelernt, wie wichtig es ist, mit den Menschen im Stadtteil zu arbeiten und gemeinsam mit ihnen den Stadtteil zu bauen und voranzubringen.“
Ursula Müller, Vorsitzende des Presbyteriums


 

Aktivitäten

Als starker Partner des Stadtteils hat die Kirchengemeinde gemeinsam mit weiteren Partnern Arbeitsbereiche der Stadtteilentwicklung übernommen:

  • Tafel-Arbeit für die gesamte Stadt Wetzlar und einen Teil des Lahn-Dill-Kreises mit einem ergänzenden Konzept von Qualifizierung, Begleitung und Praktika in Kooperation mit dem Job-Center Lahn-Dill, der IHK, dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft und dem Lahn-Dill-Kreis
  • Mittagstisch „Gesegnete Mahlzeit“, der überwiegend von Senioren wahrgenommen wird und damit einen Baustein des offenen Senioren-Angebotes im Stadtteil darstellt
  • Stadtteil-Frühstück, das durch seine Zusammensetzung der Mitarbeitenden und Teilnehmenden sowohl ein ökumenischer als auch ein interkultureller Baustein der Stadteilarbeit ist
  • Angebote im Bereich Sprache und Bildung, das von (niedrigschwelligen) Deutsch- und Integrationskursen, Bewerbungstrainings bi zum Internet-Cafe reicht. Zusammenarbeit geschieht mit der Volkshochschule, dem Ausländeramt des Lahn-Dill-Kreises, der Stadt Wetzlar und weiteren Bildungsträgern.


Lernen und Leben

Bei allen Aktivitäten ist es der Kirchengemeinde wichtig, nicht nur zu lernen sondern miteinander zu leben. Neben dem Nachbarschaftszentrum sind auch alle weiteren Räume der Kirchengemeinde für Menschen aus dem Stadtteil geöffnet, so dass sie mittlerweile Gast in ihrem eigenen Haus ist. Beteiligung wird groß geschrieben, wodurch selbstverantwortete Angebote nach den Bedürfnissen der Bewohner des Stadtteils entstehen und Nachhaltigkeit wächst. 

 

Perspektiven

Der Umbau der Kirchengemeinde zu einer „Diakonischen Gemeinde“ gewinnt durch die Beteiligung der betroffenen Menschen immer wieder neue Facetten und Möglichkeiten. Die Kirchengemeinde als Mitspieler im Stadtteil gewinnt dadurch an Kompetenz und Vertrauen im Stadtteil. Der Stadtteil selbst ist durch die vernetzten Angebote, die vielfältigen Trägerkompetenzen und die Rückkopplung bei der Stadtbezirkskonferenz und breit aufgestellte Förderung auf gutem Weg zu einer gemeinsam getragenen Verbesserung – eine klassische win-win-Situation.

   

Verantwortlich:

Evangelische Kirchengemeinde Niedergirmes Diakon Harald Würges
Kirchstraße 7
35576 Wetzlar
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Kooperationspartner:

  • Diakonie Lahn-Dill, Wetzlar

  • Stadt Wetzlar

  • Lahn-Dill-Kreis

  • Stadtteilbeirat

Räumliche Ebene:

Stadtteil

Einwohnerzahl:

Wetzlar: 53.000
Niedergirmes: 6.050

Themenbereiche:

  • Begegnungsstätte

  • Stadtteilerneuerung

Handlungsfelder:

  • Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse

  • Gemeinsame Orte des Lernen und Lebens entwickeln

  • Soziale Stabilisierung und interkulturelle Integration

  • Beseitigung städtebaulicher Defizite und Missstände