Kirche findet Stadt - Bochum-Westend

Bochum-Westend

Q1-Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales

Die ehemalige Friedenskirche in Bochum-Stahlhausen wurde zum Stadtteilzentrum „Q1-Eins im Quartier“ um- und ausgebaut. Im Q1 treffen unterschiedliche Generationen und Gruppen in kulturellen, religiösen und sozialen Zusammenhängen aufeinander. Der Ort bietet allen Menschen aus dem Stadtteil Raum und Gelegenheitsstrukturen für Kontakte. Zum Angebot gehören Deutsch- und Integrationskurse (für Flüchtlinge und Migranten), ein Keywork-Atelier, kulturelle Veranstaltungen, Hilfe zur Integration und in sozialen Notlagen. Die Friedenskapelle bietet einen verlässlichen Ort für gestaltete liturgische Feiern, für den Austausch über spirituelle Fragen und für persönliche Besinnung. Beide Träger setzen mit ihren Aktivitäten auf eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements durch den Aufbau aktiver Netzwerke.

 

  • Friedenskapelle; Foto: soan architekten boländer.hülsmFriedenskapelle; Foto: soan architekten boländer.hülsm
  • Q1 Empfangsbereich; Foto: soan architekten boländer.hüQ1 Empfangsbereich; Foto: soan architekten boländer.hü
  • Q1 außen; Foto: soan architekten boländer.hülsmaQ1 außen; Foto: soan architekten boländer.hülsma


Hauptziele und Inhalte

Das Bochumer Westend mit seiner mehrheitlich jungen Bevölkerung steht für den kulturellen Reichtum und das Entwicklungspotenzial einer pluralen Stadtgesellschaft, die auf Dialog und Teilhabe setzt. Zu den besonderen Herausforderungen gehören gleichzeitig Bildungsarmut, eine schwierige Sozialstruktur und eine entsprechend belastete Lebenssituation vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Das Bochumer Westend ist eine wesentliche „Integrationsschleuse“ für die Stadt Bochum.

Das Q1 steht für eine Öffnung und die dynamische Weiterentwicklung bereits bestehender sozialer Angebote und Arbeitsfelder. Die Aktivitäten im Q1 werden initiiert und realisiert von professionellen und ehrenamtlichen Kräften (auch Gruppen) und sollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt (im Stadtteil) stärken, wobei die interkulturelle, interreligiöse, intergenerationelle, auf Dialog angelegte Bildung und Beratung eine ebenso große Rolle spielt wie die Vernetzung im Stadtteil.

 

An der Entwicklung und Konzeption der Bildungs- und Beratungsangebote im Q1 werden Eltern, Familien, Kinder und Jugendliche, Senior/innen, Migrant/innen beteiligt. Dies gelingt z.B. durch niederschwellige Angebote wie offene Treffs (Offenes Stadtteilcafé etc.) oder regelmäßige nachbarschaftliche Gesprächsabende.

Die Projektkosten in Höhe von 2,1 Mio. EUR im Zeitraum 2013-2015 wurden durch das Städtebauförderprogramm Stadtumbau West „Bochum Westend“ gefördert.

 


„Die Evangelische Kirchengemeinde im Bochumer Westend engagiert sich als offene Kirche für den Sozialraum und wird auch ihre geistlichen Angebote in diesem Sinne ausbauen. Dazu gehören die Entwicklung neuer liturgischer Formen und der lebendige Austausch mit anderen religiösen Gemeinschaften im, mit und für den Sozialraum.“
Pfarrer Holger Nollmann, Evangelische Kirchengemeinde Bochum


 

Innovative Aktivitäten und Perspektiven

Im Vertrauen auf die vielfältigen Potenziale der Menschen in einem historisch gewachsenen Quartier, aber auch im Wissen um dessen Probleme und Herausforderungen haben sich IFAK e.V. und die Evangelische Kirchengemeinde Bochum zusammengeschlossen, mit dem Ziel, die Chancen vor Ort wahrzunehmen und an einem Zukunftshaus für das Westend zu bauen.

Die Evangelische Kirchengemeinde im Bochumer Westen engagiert sich hier stärker als offene Kirche für den Sozialraum und baut auch ihre geistlichen Angebote in diesem Sinne aus. Dazu gehören die Entwicklung neuer liturgischer Formen und der lebendige Austausch mit anderen religiösen Gemeinschaften im, mit und für den Sozialraum. Durch den Um- und Ausbau der Friedenskirche zu einem Stadtteilzentrum wurde die Kirche nicht aufgegeben, nicht entwidmet. Vielmehr hat das Stadtteilzentrum mit der neu gestalteten Friedenskapelle ein eindrucksvolles geistliches Zentrum.

 

Das Keywork-Atelier greift bestehende Potenziale im Bochumer Westend auf, wo eine vielfältige Szene für die bildende und für die darstellende Kunst mit zahlreichen Ateliers, Galerien, unterschiedlichen Künstlergruppen und -initiativen sowie freien Theatergruppen vertreten ist. Der Begriff Keywork steht auch für neue Formen der Kulturvermittlung und Partizipation im Kontext des bürgerschaftlichen Engagements.


 

Stadtteilzentrum Q1 gewinnt bundesweiten Wettbewerb


Das neue Stadtteilzentrum „Q1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales“ in Stahlhausen hat im bundesweiten Wettbewerb „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ den ersten Preis gewonnen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an das Büro der soan-architekten in Bochum-Linden zusammen mit dem Bauherrn, der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum. An dem Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung hatten 291 Einsendungen teilgenommen.



Mit dem Q1 ist in gemeinsamer Trägerschaft von Evangelischer Kirchengemeinde und IFAK e.V. (Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit) ein „partnerschaftliches Pilotprojekt für ein attraktives Stadtteilzentrum entstanden, dessen sozialer Charakter in hohem Maße mit der konkreten städtischen Situation korrespondiert“, urteilt die Jury. Hervorgehoben wird auch die Friedenskapelle als neuer Andachtsraum im Q1 für ihre besondere „spirituelle Profilierung“, die Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung Raum für eigene Erfahrungen bietet. Vor dem Hintergrund sinkender Einnahmen und damit verbundener Kirchenschließungen sei es hier in überzeugender Weise gelungen, einen konfessionellen Sakralraum neu zu gestalten und neu zu interpretieren, um ihn zukunftsfähig zu machen. Die neu geschaffene Friedenskapelle, die auch als „Raum der Stille“ allen Nutzern des Stadtteilzentrums zur Verfügung steht, überzeuge aufgrund ihrer zentralen Lage im erweiterten Gebäude und seiner sensiblen Schwellengestaltung. „Die christliche Motivation bleibt präsent, ohne sich aufzudrängen", lobt die Jury.



Die ehemalige Friedenskirche der evangelischen Kirchengemeinde ist aus Mitteln des Stadtumbaus Westend zur Begegnungsstätte Q1 umgebaut und erweitert worden. Der ehemalige Kirchraum und ein neu geschaffener Anbau beherbergen nun mehrere Veranstaltungsräume und Büros, einen Eingangs- und Begegnungsbereich und die Friedenskapelle; im Nebengebäude konnte zudem ein Kinder und Jugendzentrum eingerichtet werden.

   

evangelisch

 
   

Stadt

Bochum

 

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

 

Einwohnerzahl

Bochum: ca. 360.000
Westend: ca. 12.000 (Stadtumbaugebiet)

 

Projektträger

Evangelische Kirchengemeinde Bochum
In Kooperation mit: IFAK e.V. - Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe, Migrationsarbeit


Rechtliche Trägerstruktur

Kirchengemeinde in Kooperation mit einem eingetragenen Verein


Ansprechpartner

Pfarrer Holger Nollmann
Halbachstr. 2
44793 Bochum
Tel.: 0234-13943
Fax: 0234-912 9128
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.q1-bochum.de

 

Kooperationsstrukturen

  • Ev. Kirchengemeinde Bochum
  • Diakonie, Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Kommunales Integrationszentrum Bochum, Jugendamt, Amt für Soziales und Wohnen
  • IFAK e.V., Guttempler Bochum-Mitte, Budokan e.V.
  • Evang. Familienzentrum Kindervilla Pfiffikus (direkter Nachbar), Kinder- und Jugendzentrum KITT5ive (direkter Nachbar)