Veranstaltungshinweise

07./08.12.2017, Loccum: Die Freie Wohlfahrtspflege auf dem Wohlfahrtsmarkt: Was wird aus der Subsidiarität?

Die freie Wohlfahrtspflege steht unter Druck: Die Einführung neuer Steuerungsmechanismen der öffentlichen Hand, wie Pauschalvergütungen, öffentliche Ausschreibungen oder erfolgsorientierte Vergütung, hat den Preiswettbewerb seit zwei Jahrzehnten verschärft und den Druck auf die Beschäftigten erhöht.

Qualität bleibt oft auf der Strecke. Kritiker bemängeln den schwindenden Einfluss der Wohlfahrtspflege auf die fachliche Maßnahmeplanung und diagnostizieren die Erosion des Subsidiaritätsprinzips. Manche in den Verbänden fragen sich, wann die Grenze zur Selbstverleugnung der eigenen Prinzipien erreicht ist.

 

Befürworter der Entwicklung betonen jedoch die erreichten Kostensenkungen, Leistungsausweitungen und einen Zugewinn an Steuerungsmöglichkeiten durch demokratisch legitimierte Politik. Privat-gewerbliche Anbieter, aber auch Initiativen der Selbstorganisation, fordern eine weitere Öffnung des „closed shops“ korporatistischer Interessenvertretung.

 

Wie können künftig die Steuerungs- und fiskalischen Interessen des Staates mit der Subsidiarität, dem Recht auf Selbstbestimmung und Selbstorganisation, unter einen Hut gebracht werden? Welche Rolle spielen dabei die Wohlfahrtsverbände? Wo müssen Spielräume für neue Akteure geöffnet werden?

 

Inwiefern muss dabei aber auch den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden? Etwa in Bereichen wie dem freiwilligen Engagement, der entgeltlichen und unentgeltlichen Care-Arbeit, der Digitalisierung oder dem demographischen Wandel? Welche Anpassungs- und Flankierungsbedarfe ergeben sich aus einem veränderten Verständnis der Subsidiarität für die o.g. Steuerungsmechanismen? Was ist daraus für jene sozialpolitischen Handlungsfelder zu lernen, bei denen – wie bei der Eingliederungshilfe – wesentliche Änderungen der Steuerung bevorstehen?

 

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